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JennyBreidel
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In dieser Ausgabe unseres Podcasts spricht Thomas Schröder, Global Head of Learning bei Dräxlmaier, über die Unterstützung der Unternehmensstrategie durch Learning gesprochen. Dabei wird auf die Bedeutung von Werten, die digitale Transformation, Learning Consulting und Wissensmanagement mit SAP Enable Now eingegangen. Neben konkreten Erfolgsfaktoren und Tipps für die Strukturierung und Verantwortungen von Führungskräften, machen wir einen Ausflug in die Bedeutung der Digital Adoption.

Wie unterstützt Learning die Unternehmensstrategie bei Dräxlmaier?

Die Unternehmensstrategie von Dräxlmaier ist stark von Werten, wie Innovation und Mitarbeiter- sowie Kundenorientierung, geprägt. Zudem spielt die digitale Transformation eine zentrale Rolle, da kein Bereich im Unternehmen von diesem Wandel unberührt bleibt. Thomas Schröder betont, dass das Enablement der Mitarbeitenden eine hohe Erwartungshaltung mit sich bringt und dass Learning Consulting sowie digitale Transformationsprojekte eng miteinander verknüpft sind. Dadurch wird ganzheitlich auf den Lernprozess unter Berücksichtigung der Zielgruppe geschaut.

Dräxlmaier ergreift als Familienunternehmen Initiativen zur Förderung von sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit. Besonders im Bereich Nachhaltigkeit ist Lernen und Training wichtig, um die Mitarbeitenden auf dem neuesten Stand zu halten und die Unternehmensziele zu erreichen. Die Grundlagen zu Nachhaltigkeit werden mit E-Learnings vermittelt. Außerdem werden individuelle Trainingsprogramme für verschiedene Fachbereiche entwickelt, um auch Awareness für Themen in Bezug auf Nachhaltigkeit zu schaffen, die nur einzelne Unternehmensbereiche betreffen.

„We create character“ – das ist die Mission von Dräxlmaier. Learning Journeys werden im Learning Management System (LMS) durch weitreichende Schulungsprogramme und einen Blended-Learning-Ansatz umgesetzt, um die Mitarbeitenden zu fördern und sie so als individuelle Charaktere weiterzuentwickeln. Zu den Erfolgsfaktoren für den Roll-out eines LMS gehören aus Sicht von Thomas Schröder Change Management und die Berücksichtigung lokaler Prozessstrukturen.

Wie hilft SAP Enable Now beim Wissensmanagement?

Seit der Einführung von SAP S/4HANA bei Dräxlmaier wird SAP Enable Now genutzt. SAP Companion ist ein Teil von SAP Enable Now. Durch diese In-App-Hilfe innerhalb von SAP S/4HANA ist, wird Digital Adoption nach Go-Lives unterstützt, indem die Mitarbeitenden effektiv am Arbeitsplatz lernen – gemäß dem Motto „Learning in the flow of work“.

Mithilfe eines Treppenstufenmodells, das aus den Stufen Elementary, Intermediate, Advanced und Expert besteht, wurden bei Dräxlmaier einheitliche Prinzipien geschaffen. Die Elementary-Ebene ist die grundlegende Wissensebene und beinhaltet zudem die Zusammenarbeit mit der Change-Abteilung, um den Mitarbeitern den Zweck und den Nutzen des Trainings zu vermitteln. Durch u. a. SAP Enable Now konnte vor allem die Wissensbasis der ersten Stufe des Treppenmodells vermittelt werden.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil einer Transformation stellt das Tracking dar, um die Qualität der Schulungen sicherzustellen, indem Dauer und Teilnehmerquote gemessen werden. Das wird mithilfe eines LMS leicht sichergestellt. Vor allem während der SAP-S/4HANA-Einführung wurden im LMS Kurse angeboten, die Mitarbeitenden beispielsweise die Grundlagen der SAP-Bedienung vermitteln, berichtete Thomas Schröder. Darüber hinaus erstellte das Unternehmen in Zusammenarbeit mit Expert:innen eigene Kurse, um die spezifischen Bedürfnisse der Anwender:innen abzudecken.

Welche Erfolgsfaktoren sind beim Einsatz von SAP Enable Now wichtig?

Thomas Schröder ist der Meinung, dass es wichtig ist, sich intensiv Gedanken über die Struktur der Wissensbasis (Work Area) zu machen – einschließlich der Aufteilung nach Rollen oder Themengebieten und der Gestaltung der Lernpakete. Nachträgliche Anpassungen, die die Strukturierung betreffen, benötigen Aufwand bei der Anpassung. Zudem ist es von großer Bedeutung die Struktur und Organisation des Systems sorgfältig zu planen sowie dabei die einzelnen Fachbereiche miteinzubinden, bevor mit der Erstellung von Inhalten begonnen wird. Anstelle von einer einzigen „Work Area“ ist es sinnvoller kleinere Work Areas einzuführen, um technische längere Synchronisationsläufe zu vermeiden.

Aufgrund der Komplexität von SAP Enable Now ist für die Nutzung des Tools Fachwissen erforderlich. Aus diesem Grund sollte eine separate Rolle für Fachexpert:innen, die den Inhalt liefern, im System eingeführt werden. So können die Expert:innen z. B. Aufzeichnungen von SAP-Transaktionen machen und erste Beschreibungen erstellen, bevor der bzw. die Content Manager:in den Inhalt überarbeitet und Anmerkungen umsetzt.

Wie sollte das Lernen im Unternehmen organisiert und strukturiert werden?

Thomas Schröder betont, dass die Lerninhalte zur Organisation passen sollten und dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, wie zentral oder dezentral das Lernen gestaltet werden kann. Auch wird bei Dräxlmaier zukünftig ein Service angeboten, der Qualitätssicherung und Beratung in Bezug auf Lernreisen und E-Learning inkludiert, um sicherzustellen, dass die Inhalte vermittelt werden können und die Adoption der Lernplattform unterstützt wird. Dabei werden Lernende befähigt, Verantwortung zu übernehmen und selbst zu entscheiden, wie tief sie in ein Thema eintauchen möchten.

Die Rolle von Digital Adoption Plattformen

Der Einsatz von Digital Adoption Platforms (wie SAP Enable Now) ermöglicht es, Analysen über die Nutzung von Anwendungen durchzuführen und Probleme der Nutzer zu erkennen. Diese Plattformen bieten Funktionen wie Notizen, Kontexthilfen und Verlinkungen zu Guidelines, um das Lernen unmittelbar im Arbeitsfluss zu unterstützen. Die Analyse der Oberfläche und die Identifizierung der Problembereiche führt zu einer Minimierung von Support-Tickets. Durch klare Erläuterungen und Bereitstellung fehlender Informationen auf den Oberflächen können Fachexpert:innen schnell Abhilfe schaffen und die Prozessgeschwindigkeit erhöhen. Dies führt zu einer Effizienzsteigerung, einer Verringerung des Ticketaufkommens und zu nachhaltigem Lernen. Thomas Schröder sieht große Vorteile in diesem Bereich, weist jedoch darauf hin, dass es immer noch eine Herausforderung ist, den Nutzen des Lernens zu berechnen, da es auch weiche Faktoren wie die Lernerfahrung und die Mitarbeiterbindung gibt. Verschiedene Trends und Themen zeigen, dass KI, Gamification und Simulationen immer mehr im Bereich des Lernens und der Adoption an Bedeutung gewinnen. Es existiert bereits eine Vielzahl von Anbietern und Start-ups im Markt, die diesen Themenbereich beflügeln.

Communities of Practice

Lern-Communities existieren in vielen Unternehmen bereits seit längerer Zeit. Jedoch sind die bisherigen technischen Ansätze wie Wikis oder MS Teams oft nicht langfristig erfolgreich. Wie kann eine Lern-Community geschaffen werden, die stabil funktioniert und in der sich verschiedene Zielgruppen miteinander austauschen können? Eine Möglichkeit stellt das Peer Learning dar, um Communities zu aktivieren. Dabei ist es wichtig, Führungskräfte und Projektleiter:innen in die Community einzubeziehen und diese zu befähigen, aktiv zu werden. (Anmerkung der Autorin: Beispielhaft zeigen wir dies auch in der SAP Training und Change Community 😊).

Lebenslanges Lernen

Entscheidend für eine kontinuierliche Entwicklung ist die Eigenverantwortung der Mitarbeitende sowie Führungskräfte von zentraler Bedeutung. Thomas Schröder ist überzeugt:

“Lernen erfordert künftig, dass Mitarbeitende wieder mehr verstehen, Eigenverantwortung zu übernehmen. Das Unternehmen kann nicht in der Geschwindigkeit und Volatilität an Themen permanent hinterhersteuern. Da muss jeder ein Stück weit eigenverantwortlich für sich selbst sein und sagen ‘Wo soll mich mein Weg [im Unternehmen] hintreiben? Was kann man dafür tun?’. Außerdem müssen sich die Führungskräfte stärker dem Lernen verpflichtet fühlen und es auch verstehen. Weiterbildung nicht mehr als Incentive sehen, wie es früher oft der Fall war.”

Mit Blick auf die Digitalisierung und den damit verbundenen Wandel ist lebenslanges Lernen unumgänglich. Auch Führungskräfte sollten sich regelmäßig hinsichtlich Führungsthemen weiterbilden. Thomas Schröder beschäftigt sich z. B. als Führungskraft mit dem Thema Storytelling, mit dem Ziel, seine Themen wirkungsvoll präsentieren und verkaufen zu können. Zudem möchte er sich in zukünftig mehr mit Führung, Feedback geben und Rhetorik auseinandersetzen, um sich neue Anregungen zu holen, wie er die Kommunikation mit Kolleg:innen, Peers und Mitarbeitenden verbessern kann. Hierfür empfiehlt er Blogs und Podcasts. Darüber hinaus können sich Mitarbeitende durch Fachvorträge auf Messen über aktuellen Entwicklungen informieren und neue Impulse erhalten.

 

Shownotes: